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13. September 2019 ·Gregor Renz · 4 Min. Lesen

SEK vs. Rakete Freiburg

Hey ihr Spargeltassen,

die Spielberichtsabstinenz hat hiermit ein Ende und - wohlauf - es gibt durch und durch gute Neuigkeiten. Beginnen wir zunächst mal mit dem Spitzenspiel vom vorletzten Mittwoch, bei dem Rakete Freiburg das SEK im Dietenbachpark begrüßen durfte - der Tabellenvierte gegen den zum damaligen Zeitpunkt Tabellenzweiten (ja, wir!). Klar war, es würde kein einfaches Spiel werden, da Rakete den Dietenbachpark regelmäßig als Trainingsstätte nutzt und sich auf dem vertrauten Geläuf sicher wohler fühlen würde. Aber mit viel Kampf, Glück, Qualität und Entschlossenheit konnten wir bei diesem Flutlichtspektakel die drei Punkte mit “nach Hause” nehmen und gar auf den 1. Platz hüpfen! Doch der Reihe nach…

Wenig überraschend übernahm Rakete von Anfang an die Kontrolle über das Spielgeschehen. Sie dominierten uns nach Belieben, ließen den Ball laufen, wir rannten meist hinterher. Doch richtig zwingend wurde es in der 1. Hälfte zunächst nicht - wir leisteten sehr ordentliche Defensivarbeit und verschoben als Mannschaft auf diesem riesigen Feld, das von der Größe eher an einen Golfplatz erinnerte, geschlossen von der einen Seite auf die andere Seite, eben immer dorthin, wo sich der Ball befand und wir die Möglichkeit hatten, die Räume eng zu machen. Das gelang uns sehr gut, was sich darin zeigte, dass wir in der 1. Hälfte im Grunde keine echte Torchance zuließen. Und mit fortwährender Spieldauer wurde der Gegner ungeduldiger, schlampiger und unkonzentrierter, sodass wir uns immer öfter aus der eigenen Hälfte befreien konnten und unser Glück in der Offensive suchten. Wir schafften es, kleine Nadelstiche zu setzen, und ein Nadelstich führte zu einem Elfmeter, den wir eiskalt nutzten: auf rechtsaußen kombinieren wir uns gut durch, sodass ich mit Ball in den Strafraum eindringen kann, gehe im spitzen Winkel ins 1 gegen 1 mit einem Verteidiger und werde gelegt - kein Protest, klarer Elfer, 1:0 für uns (ca. 25). Sicher, das Tor kam ein wenig überraschend, da der Gegner die höheren Spielanteile hatte und spielerisch überzeugte, aber ein wenig hatte es sich auch angebahnt, da wir langsam aber sicher besser ins Spiel fanden. Klar war aber auch, dass wir nicht das ganze Spiel würden bestreiten können, ohne eine einzige Torchance zuzulassen, und so war es beinahe umso ärgerlicher, dass der Ausgleich vor der Pause aus einer Nichtchance des Gegners fiel: eine Kombination in einem eigentlich recht ungefährlichen Bereich ca. 25-30 Meter vor dem Tor führte zu einem “harmlosen”, weil nicht gerade starken und platzierten Schuss aus der zweiten Reihe, der aber doch irgendwie den Weg ins Gehäuse fand (ca. 35.). Ärgerlich, könnte man sagen, all der Aufwand umsonst, verdient, würden die anderen sagen, da der Gegner schon auch viel investierte und das Tor praktisch erzwungen hat.

Christoph Daum sagte einmal: “Das Gegentor fiel zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt. Aber man muss an dieser Stelle auch einmal die Frage stellen, ob es Gegentore gibt, die zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt fallen.” Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Man muss aber fairerweise auch sagen: mit einer durch und durch uneingespielten Truppe mit vielen Gastspielern haben wir uns bereits in der

  1. Hälfte sehr gut präsentiert, und das Beste: es sollte noch besser werden!

Die 2. Hälfte begann ähnlich wie die erste: der Gegner dominierte, wir verteidigten diszipliniert und lauerten auf Konter. Ziemlich schnell wurde ersichtlich, dass der Gegner bereit war, mehr Risiko einzugehen, weshalb sich uns mehr Räume nach vorne boten. Bald entwickelte sich ein munteres, aufgewecktes sowie ausgeglicheneres Spiel als noch in der 1. Hälfte. Wir spielten mehr mit, konnten länger den Ball halten und uns endlich auch spielerisch ein wenig entfalten. Man konnte nicht mehr sofort erkennen, welche Mannschaft Oberwasser hatte, auch da wir nach wie vor wenig zuließen und nach vorne durchaus gefährliche Ansätze hatten - die aber erst einmal nur Ansätze bleiben sollten. Einer der wenigen erfolgreichen Konter, die wir zu Ende spielen konnten, wurde jedoch vom Gegner aufgrund des Verdachts auf Abseits zurückgepfiffen: ich glaube Nico schlägt einen perfekten hohen Ball über die zu weit aufgerückte Abwehr, Jakob ist durch und kann den Ball über den Torwart hinweg ins Tor befördern - Traumtor! Der Jubel hielt allerdings nur für einen Moment an, nach kurzer Diskussion ging es weiter mit 1:1, wobei von Diskussion nicht die Rede sein konnte: der Gegner entschied einfach, dass es Abseits war. Mitnichten! Jakob läuft eine Schleife und ist nicht nur noch VOR den Abwehrspielern, als der Ball geschlagen wird, sondern möglicherweise sogar noch in der eigenen Hälfte. Ärgerlich, Mund abwischen, weitermachen, und es sollte sich lohnen! Ein weiterer, wunderschön gespielter Konter führte schließlich zum 2:1 unsererseits, und diesmal gab es keine Zweifel: Nico schickt mich abermals mit einem hohen Ball in die Tiefe, ich bringe den Ball vor das Tor zu Jakob, der aus spitzem Winkel abschließt. Der Torwart kann die Murmel abwehren, nicht aber den Nachschuss, der von einem unserer Gastspieler (Name entfallen!) verwertet wird (ca. 75). Großer Jubel, und ganz ehrlich: nicht ganz unverdient! Die restliche Spielzeit mussten wir noch den einen oder anderen Schreckmoment überstehen und ließen gute Kontermöglichkeiten aus, alles in allem passierte aber nicht mehr viel, und wir konnten gegen einen Gegner drei Punkte einfahren, der in dieser Saison durchaus als Titelkandidat gehandelt werden darf! 25.10.2019, 06:38