Hey ihr Avocados,
bitte verzeiht mal wieder den späten Spielbericht, die Woche ist voll und es gibt zu tun. Aber: besser spät als nie.
Um es vorneweg zu nehmen: wir konnten gegen die starken “Wurschtweckeles” den dritten Sieg in Serie einfahren. Letztlich gewannen die Wurschtweckeles die erste Halbzeit mit 3:1. Wir gewannen die zweite Halbzeit mit 3:0. Macht in der Summe ein rasantes, rassiges, räudiges 4:3 für uns. Eine ähnliche Aufholjagd, wie sie die Borussia aus Dortmund gegen den VfB im A-Junioren-Bundesliga-Finale am selben Tag hinlegte. Der BVB gewann nach einem 1:3 Pausenrückstand letztlich sogar mit 5:3.
Der Reihe nach: die Bedingungen waren mal wieder großartig, es war fast ein wenig zu warm, aber Pustekuchen. Wir standen immerhin mit 14 Spielern auf dem Platz. Wir konnten also ordentlich durchwechseln, falls mal jemand den Gang ins Sauerstoffzelt auf sich nehmen musste.
Wir begannen alles in allem gut, es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, bei dem wir anfangs sogar leichte Feldvorteile für uns verbuchen konnten. Der frühe 0:1 Rückstand kam daher aus dem Nichts und entstand auch eher aus einer Halbchance. Eine Flanke von links konnten wir nicht verhindern, die aber nicht einmal besonders gut getreten war. Was der Torjäger der Wurschtweckeles allerdings daraus machte, steht nochmal auf einem anderen Blatt. Wir unterliefen die Flanke, und er traf den Ball perfekt direkt aus der Luft: 0:1 (ca. 9.). Mund abwischen, weitermachen, und unter netter Mithilfe des Wurschtweckeles-Torhüters konnten wir auch nur wenige Minuten später zurückschlagen. Einen schön getretenen Freistoß versuchte Tobi mit einem Kopfball zu verwerten, scheiterte aber zunächst am Torwart, der jedoch nicht in der Lage war, die Murmel festzuhalten. Den Abpraller verwertete dann unser 6er Marc, woraufhin sich der Torhüter beschwerte, dass er gefoult worden sei, was mitnichten stimmte - Marc war einfach früher am Ball und köpfte ihn erfolgreich in die Maschen (ca. 14.). Der Torhüter wusste einfach, dass er das 1:1 begünstigte und versuchte noch zu retten, was nicht mehr zu retten war. Generell war der gegnerische Torhüter in diesem Spiel so ein wenig das Zünglein an der Waage. Aber dazu später mehr.
Nach dem 1:1 waren wir im Aufschwung und hatten durchaus Gelegenheiten, auf 2:1 zu erhöhen. Ich denke da in erster Linie an eine Großchance von Gabi, bei der wir nach Balleroberung schnell nach vorne spielten und 07.06.2019, 08:03
SEK vs. Wurschtweckeles
Gabi nur noch den Torhüter vor der Nase hatte, aber das Ziel um ein paar Zentimeter verfehlte. Wäre, wäre, Fahrradkette - wie der Sprachakrobat Lothar Matthäus zu sagen pflegte. Es wurde ein wenig hektischer auf beiden Seiten, die Mannschaften schenkten sich nicht viel. Eine umstrittene Situation in unserem Strafraum sorgte für Diskussionen, wobei die Sachlage aus meiner Sicht ziemlich eindeutig war: der “Torjäger” wollte im Fünfmeterraum einen Ball aus der Luft nehmen, traf den Ball nicht richtig, woraufhin er ins Toraus kullerte. Erst nach der Situation berührte Lukas Mogler den Luftakrobaten unabsichtlich, woraufhin dieser sich erdreistete und einen Elfmeter forderte. So richtig ernst nahmen diese Forderung aber nicht einmal die eigenen Teamkollegen, weshalb der Spielverlauf mit einer Ecke fortgesetzt werden konnte, wobei ich mir sogar sicher bin, dass es Abstoß hätte geben müssen. Aber egal, nur eine Marginalie! Danach spielten wir weiter nicht schlecht, mussten aber bald der gegnerischen Überlegenheit im Mittelfeld Tribut zollen. Nach schlechtem Stellungsspiel meinerseits und einem Traumpass in die Tiefe auf den “Dreisten Torjäger” der Wurschtweckeles klingelte es ein zweites Mal in unserem Kasten - 1:2 (ca. 25.). Danach gaben wir das Spiel aus der Hand, waren verunsichert und konnten durchaus glücklich darüber sein, dass es bis zur Halbzeit nur noch ein weiteres Mal schepperte - mit einer schönen Kombination, gegen die wir nur schwer etwas ausrichten konnten, erhöhten die Wurschtweckeles noch vor der Pause auf 1:3 (ca. 40.). Wobei: eine nennenswerte Aktion konnten wir in der ersten Halbzeit noch verzeichnen, nämlich eine verrückte Slapstick-Einlage im gegnerischen Strafraum. Zwei Mal unmittelbar hintereinander trafen wir nur das Aluminium. Erst stand die Latte im Weg, direkt danach verhinderte der Pfosten den Einschlag. Erst hatten wir also wenig Glück, dann kam auch noch Pech dazu!
Auch wenn Che Guevara zu einem T-Shirt-Motiv verkommen ist, so muss ich doch an ein Zitat von ihm denken: “Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.” Diese Devise machten wir uns in der Pause zu eigen und stellten ein wenig um. Mogler übernahm eine Rolle in der Innenverteidigung und setzte sich immer wieder nach hinten ab, um gegnerische Angriffe zu verhindern. Und dieser Schachzug sollte sich als kein allzu schlechter herausstellen: wir hielten in der zweiten Halbzeit gut dagegen, es entwickelte sich ein munteres Spielchen, bei dem wir immer auch ein wenig mit dem Feuer spielten. Durchaus verständlich, da wir ja was riskieren mussten. Aber insgesamt hatte der Gegner in der zweiten Halbzeit wenige bis keine klaren Torchancen. Ein wenig ruhte sich der Gegner auf den Lorbeeren der ersten Halbzeit aus. Mit fortschreitender Spieldauer glaubten beide Mannschaften nicht so recht daran, dass noch großartig etwas passieren würde. Doch falsch gedacht: eine wunderschöne Flanke aus dem linken Halbfeld vom Flankengott und heute gut aufgelegten Markus kam derart gefährlich vor das Tor, dass der Ball irgendwie über die Linie gedrückt wurde, wobei im ersten Moment nicht ganz ersichtlich war, WER die Murmel über die Linie bugsierte. Tatsächlich war es aber unser heutiger Gastspieler Johannes, der viel Spielfreude und Inspiration ausstrahlte und für viel Wirbel sorgte (ca. 60). Es keimte also nochmal Hoffnung auf, und was dann folgte grenzt dann doch an ein Wunder, wenn man die Temperaturen sowie die Spielstärke des Gegners berücksichtigt. Zunächst verfehlte Tobi aus abseitsverdächtiger Position das leere Tor, was einem Kunststück glich (unvergesslich an der Stelle die Gestik des Torhüters der Wurschtweckeles). Wenig später machte es Timo besser: ein gefährlicher, scharfer Querpass von Gabi verpasste Tobi knapp, doch zum Glück wartete am zweiten Pfosten Timo, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste (ca. 75). Der Jubel war groß, der Respekt aber auch, da wir noch ca. 15 Minuten Spielzeit überstehen mussten. Nach dem Ausgleich wussten beide Mannschaften nicht so richtig wohin mit sich: der Gegner wollte wieder eine Schippe drauflegen, was wir aber zu verhindern wussten. Wir hatten aber durchaus ein Gefühl von “Geht da noch mehr?”, was aber sehr schwer umzusetzen war angesichts des Kraftaktes, den wir hinter uns hatten. Letztlich mussten wir dem Gegner die Schlussphase überlassen, weil wir einfach zu platt waren. Aber wie war das mit Che Guevara?
Die letzte entscheidende Situation gehörte uns. Eigenlob stinkt, daher wollte ich Peter den Spielbericht schreiben lassen, der aber darauf bestand, dass ich es tue. Also versuche ich mal die Situation so objektiv wie möglich zu beschreiben: zwischen Mittelfeld und gegnerischem Strafraum bekam ich von Marc bei einem unserer wenigen Entlastungsangriffe den Ball, machte einen Haken, einen zweiten Haken, zog aus ca. 20 Metern ab - und sorgte für den umjubelten Siegtreffer. Die ein oder anderen haben vielleicht schon während des Spiels mitbekommen, dass ich mit meiner Leistung nicht so zufrieden war. Zu viele Ballverluste, zu wenig Energie und Fitness aufgrund einer einwöchigen Krankheitspause. Daher war das schon Balsam für die Seele! Auch völlig egal, ob der Ball haltbar war oder nicht. Um den Torwart der Wurschtweckeles in Schutz zu nehmen:
- hat er den Ball im allerletzten Moment gesehen. 2. schlug der Ball gegen seine Laufrichtung ein. 3. War es zumindest für meine Verhältnisse ein ordentlicher Strich. Man könnte durchaus sagen, dass es ein Max-Kruse- Gedächtnisschuss war - um Nuding zu zitieren! ;)
Es war mal wieder ein geiler Fight, ein vollendeter Sieg, den wir so auch aufgrund des Spielverlaufs nicht direkt erwartet hatten! Aber es läuft, die Siegesserie hält an, und wenn man bedenkt, welche ambitionierten Gegner wir bereits geärgert haben, kann man getrost sagen: die Gegner werden tendenziell eher schwächer, nicht stärker! Ob das für die Spielweise des SEK förderlich ist, werden wir herausfinden.
Am Start waren: Nuding, Markus, Peter, Lukatsch, Lukas M., Lars, Marc K., Gregor, Gabi, Timo, Martin, Tobi, Corvin, Johannes (Gastspieler).
Es grüßt ganz herzlich 07.06.2019, 08:03
SEK vs. Wurschtweckeles
Gregor 07.06.2019, 08:03